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Chlauseslä? > Geschichte
Geschichte vom Chlauseslä in Unterägeri
Das Chlauseslä in Unterägeri, früher nannte man es Chlausjagä, gehört zu den ältesten Bräuchen. Schriftliche Zeugnisse tauchen schon im 16. Jahrhundert auf.
Geschichte im Überblick
Der Fortbestand des Brauches schien lange Zeit nicht gesichert. In den dreissiger und vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ging das Chlauseslä zurück. Wesentliche Impulse erhielt der Brauch durch das Hörspiel von Lehrer Fridolin Stocker "Holi holi hüü, dä Chlaus isch doo!". Es wurde 1946 vom Radio in der Bogenmatt aufgezeichnet und später mehrmals gesendet. Die Sprecher waren Mitglieder der Theatergesellschaft Seefeld Unterägeri. In der Folge zeigten sich abends am Vortag vor St. Nikolaus die Strassen von Unterägeri wieder belebter. Ende der 50er Jahre erhielt das wieder konkretere Formen. Idealistisch gesinnte Mitglieder stellten eine Rottä zusammen und sammelten etwa zehn Jahre lang Geldgaben für die neugegründete Familienhilfe.
1960 formierten Mitglieder des KAB (Katholischer Arbeiterbund) eine weitere Rottä. Diese hatte zum Ziel, Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt zu unterstützen. Man verteilte die eingenommenen Gaben an das KAB-Projekt «Brücke der Bruderhilfe» und an einheimische Missionare, Schwestern und Entwicklungshelfer in den ärmsten Gebieten unserer Erde.
Die Schar der Chlausesler wuchs immer mehr. Über die Jahre bildete sich eine Gruppe von Gleichgesinnten, die sich unter dem Patront der KAB, der Organisation des Brauchs annahmen. Heute formiert Chlauseslä Unterägeri als eigenständige Gruppe, fünf grosse Rottä, die alle Quartiere des Dorfes erreichen. Eine sechste, mit musikalischer Begleitung erweitert, besucht die Restaurants, den Annahof und das Altersheim Chlösterli.
Der Gedanke des Schenkens, der uns an der Gestalt von Sankt Nikolaus so berührt, ist erhalten geblieben.
1964 und 1965 tauchte kurzfristig eine Rottä der älteren Pfadi, der Rover, auf. Ihre Iffälä waren erstmals kirchenfensterartig und grossflächig mit farbigem Papier bespannt. Heute hat sich diese Technik durchgesetzt. Die Rover sammelten damals Geld, um sich einen eigenen Jugendraum bauen zu können. Mehr als vierzig Jahre später im Jahre 2008, nahmen die Pfadfinder den Brauch wieder auf und sind mit einer Rottä am Abend unterwegs.
Seit 1988 verfügen die Höfner über eine eigene, sehr beeindruckende Rottä, die von der Trychlergruppe Unterägeri gestellt wird. Sie ist mit vielen Jochträgern ausgerüstet. Die Jochs sind bestückt mit sehr schönen und klangstarken Triichlä. Die Gruppe nimmt während des Jahres auch an folkloristischen Anlässen teil.
Im Jahre 2009 nahm noch eine weitere Höfner-Rottä, die Rossbergrottä, erstmals am Chlauselä am Abend teil.
Bis jetzt zeigte die Bevölkerung von Unterägeri immer mit viel Sympathie und Unterstützung für das Chlauseslä. Hoffen wir, dass die Freude an diesem schönen Brauch nicht nachlässt, und es immer wieder Leute gibt, die diese Arbeit Jahr für Jahr leisten. Wer aktiv bei der Umsetzung unserer Ziele will, ist bei uns herzlich willkommen!
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