Geschichte vom Chlauseslä in Unterägeri - Chlauseslä Unterägeri - Brauchtum im Ägerital

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Geschichte

vom

Chlauseslä in

Unterägeri

Geschichte im Überblick
Das Chlauseslä in Unterägeri gehört zu den ältesten Bräuchen im Tal. Schriftliche Zeugnisse tauchen schon im 16. Jahrhundert auf.

Der früher auch «Klausjagen» genannte Brauch war in ähnlichen Ausprägungen nicht nur im Ägerital bekannt. Der Obrigkeit war dieses Treiben mit «heidnischem» Ursprung lange ein Dorn im Auge. In der Zuger Polizeiverordnung vom 16. Herbstmonat 1810, heisst es dazu: «Das so geheissene Klausjagen und … sind bei einer Busse von 12 Franken untersagt». Von dem liessen sich die alten Ägerer aber nicht abhalten.
Anna Ithen schrieb dazu 1897 für das Schweizerische Archiv für Volkskunde: «Gegenwärtig herrscht das Klausjagen nur noch im Aegerithal in grösserem Umfange, wo weder Verbote noch Strafen bisher diese eingefleischte Sitte zu unterdrücken vermocht haben». Dass diese Tradition so hoch gehalten wurde, hatte natürlich auch praktische Gründe. Zu St. Niklaus (6. Dezember) waren früher die Geschenke weit reicher ausgefallen als zu Weihnachten. «Am Klausmorgen stehen für Kinder und Dienstboten grosse Schüsseln, selbst Körbe, mit Geschenken gefüllt auf dem Tisch» schreibt dazu Anna Ithen. Doch was soll in die Schüsseln gegeben werden, wenn man selber nichts hat? Da war das Chlauseslä am Vorabend eine gute Gabenquelle.
Trotzdem schien der Fortbestand des Brauches lange Zeit nicht gesichert. In den dreissiger und vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ging das Chlauseslä zurück. Wesentliche Impulse erhielt der Brauch durch das Hörspiel von Lehrer Fridolin Stocker "Holi, holi hü, de Chlaus isch doo!". Es wurde 1946 vom Radio in der Bogenmatt aufgezeichnet und später mehrmals gesendet. Die Sprecher waren Mitglieder der Theatergesellschaft Seefeld Unterägeri.
In der Folge zeigten sich abends am Vortag vor St. Nikolaus die Strassen von Unterägeri wieder belebter. Ende der 50er Jahre erhielt das Chlauseslä wieder konkretere Formen. Idealistisch gesinnte Mitglieder stellten eine Rottä zusammen und sammelten etwa zehn Jahre lang Geldgaben für die neugegründete Familienhilfe.
1960 formierten Mitglieder des KAB (Katholischer Arbeiterbund) eine weitere Rottä. Diese hatte zum Ziel, Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt zu unterstützen. Man verteilte die eingenommenen Gaben an das KAB-Projekt «Brücke der Bruderhilfe» und an einheimische Missionare, Schwestern und Entwicklungshelfer in den ärmsten Gebieten unserer Erde.
Die Schar der Chlausesler wuchs immer mehr. Über die Jahre bildete sich eine Gruppe von Gleichgesinnten, die sich unter dem Patront der KAB, der Organisation des Brauchs annahmen. Heute formiert Chlauseslä Unterägeri als eigenständige Gruppe, fünf grosse Rottä, die alle Quartiere des Dorfes erreichen. Eine sechste, mit musikalischer Begleitung erweitert, besucht die Restaurants und das Altersheim Chlösterli.
Der Gedanke des Schenkens, der uns an der Gestalt von Sankt Nikolaus so berührt, ist erhalten geblieben.
1964 und 1965 tauchte kurzfristig eine Rottä der älteren Pfadi, der Rover, auf. Ihre Iffälä waren erstmals kirchenfensterartig und grossflächig mit farbigem Papier bespannt. Mehr dazu ist unserer Iffälä-Geschichte zu finden. Die Rover sammelten damals Geld, um sich einen eigenen Jugendraum bauen zu können. Mehr als vierzig Jahre später im Jahre 2008, nahmen die Pfadfinder den Brauch wieder auf und waren mit einer Rottä am Abend unterwegs.
Seit 1988 verfügen die Höfner über eine eigene, sehr beeindruckende Rottä, die von der Trychlergruppe Unterägeri gestellt wird. Sie ist mit vielen Jochträgern ausgerüstet. Die Jochs sind bestückt mit sehr schönen und klangstarken Triichlä. Die Gruppe nimmt während des Jahres auch an folkloristischen Anlässen teil.
Ab dem Jahre 2009 nimmt noch eine weitere Höfner-Rottä, die Rossbärg-Rottä, mit Triichlä und Iffälä am Chlauseslä teil.   
Heute hat der Brauch einen festen Platz im Ägerital und hat überregionale Bekanntheit erlangt. Das Chlauseslä ist darum auch in der ‚Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz‘ des Bundesamtes für Kultur zu finden.
Bis jetzt zeigte die Bevölkerung von Unterägeri immer mit viel Sympathie und Unterstützung für das Chlauseslä. Hoffen wir, dass die Freude an diesem schönen Brauch nicht nachlässt, und es immer wieder Leute gibt, die diese Arbeit Jahr für Jahr leisten. Wer aktiv bei der Umsetzung unserer Ziele  will, ist bei uns herzlich willkommen!
Mehr zum Chlauseslä ist in unseren Literaturhinweisen zu finden.

© 2003- by Chlauseslä Unterägeri, Alle Rechte Vorbehalten

© 2003- by Chlauseslä Unterägeri, Alle Rechte Vorbehalten

© 2003- by Chlauseslä Unterägeri

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